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Selketalbahn: Strecke und Ausflüge

Die Selketalbahn erschließt den östlichen Harz und verbindet Quedlinburg über Gernrode mit Orten im Selketal und auf dem Hochplateau. Ihre Strecke führt durch ein abwechslungsreiches Mosaik aus engen Talabschnitten, Wald, Wiesen und offenen Höhen. Die Bahn ist Teil des Netzes der Harzer Schmalspurbahnen; in Eisfelder Talmühle besteht der Übergang zur Harzquerbahn.

Von Gernrode ins Selketal

Die Geschichte der Linie begann am 7. August 1887 mit der Eröffnung der Strecke Gernrode–Mägdesprung. Damit ist die Selketalbahn die älteste Schmalspurbahn im Harz. Sie entstand, um den Ostharz verkehrlich zu erschließen und die Industrialisierung des Selketals zu unterstützen. Die Verbindung wurde später erweitert und in das heutige HSB-Netz eingebunden.

Von Quedlinburg verläuft die Strecke zunächst über Bad Suderode nach Gernrode. Dort beginnt der Abschnitt ins Selketal; über Mägdesprung führt die Linie nach Alexisbad. Dort zweigt die Stichstrecke nach Harzgerode ab. Die weitere Strecke nach Stiege verläuft über Straßberg und Güntersberge. Von Stiege gehen Streckenäste Richtung Hasselfelde und Eisfelder Talmühle. So erreicht die Bahn verschiedene Höhen- und Landschaftsräume, statt nur einem Talverlauf zu folgen.

Orte und Landschaften entlang der Strecke

Gernrode ist ein wichtiger Ausgangspunkt und besitzt mit der Stiftskirche St. Cyriakus ein bedeutendes ottonisches Bauwerk. Von dort führt die Strecke in den schmaler werdenden Talraum. Felsige Hänge, Buchen- und Eichenwälder sowie Wiesen begleiten den Zug. Mägdesprung und Alexisbad liegen im Selketal; die Bahn folgt dort dem Gelände in engen Bögen und überquert die Landschaft auf Brücken und Dämmen. In Mägdesprung erinnert das Hüttenmuseum Carlswerk an die industrielle Metallverarbeitung, die den Ort neben der Eisenbahn prägte.

Harzgerode liegt am Ende der Stichstrecke ab Alexisbad; die Hauptverbindung führt westwärts nach Stiege. Die Ortsseite Stiege ordnet den Knotenpunkt der Bahnlinien im Oberharz ein. Von dort geht es weiter nach Hasselfelde oder in Richtung Eisfelder Talmühle. Hasselfelde bildet einen nördlichen Zielpunkt im Ostharz; die Verbindung über Eisfelder Talmühle führt weiter in das Harzquerbahnnetz.

Einsteigen, wandern und verbinden

Die Bahn lässt sich mit Wanderungen im Selketal verknüpfen, weil mehrere Stationen nahe an Wegen durch die Täler und über die angrenzenden Höhen liegen. HSB veröffentlicht Bahnwandertouren, bei denen einzelne Wegabschnitte mit einer Zugfahrt kombiniert werden. Solche Kombinationen ermöglichen eine Streckenwanderung ohne Rückweg auf demselben Pfad; der konkrete Zug muss anhand des gültigen Fahrplans gewählt werden.

Die Landschaft verändert sich zwischen Gernrode, Alexisbad und Stiege deutlich. Talstationen führen an Flussläufen und bewaldeten Hängen entlang, während die höheren Abschnitte offene Wiesen und weitere Sichtachsen bieten. Die Stadt Harzgerode liegt am Ende eines eigenen Streckenasts. Über Eisfelder Talmühle und die Harzquerbahn lässt sich die Fahrt nach Benneckenstein fortsetzen. Quedlinburg bildet den städtischen Anschluss am Nordrand; die Welterbestadt Quedlinburg verbindet Bahnhof, Schlossberg und mittelalterliche Fachwerkstadt.

Die wechselnden Betriebsformen haben ihre Wurzeln in der Geschichte der HSB. Dampf- und Triebwagenfahrten erschließen denselben Streckenraum auf unterschiedliche Weise. Bahnhöfe wie Alexisbad und Stiege markieren Haltepunkte und den Wechsel zwischen Tal-, Hochflächen- und Anschlussstrecken. So lässt sich die räumliche Gliederung des Ostharzes an der Linienführung nachvollziehen.

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Die Selketalbahn im Schmalspurnetz

Die Selketalbahn ist Teil eines zusammenhängenden Netzes aus drei meterspurigen Linien. Die Übersicht der Harzer Schmalspurbahnen ordnet ihre Anschlüsse ein. In Drei Annen Hohne beginnt die Brockenbahn zum Gipfel; die Harzquerbahn verbindet Wernigerode und Nordhausen. Am Bahnhof Eisfelder Talmühle treffen Selketalbahn und Harzquerbahn aufeinander, sodass Fahrten durch den Ostharz mit weiteren Streckenabschnitten kombiniert werden können.

Die Bahn ist auch ein technisches Denkmal regionaler Verkehrsgeschichte. Enge Radien und angepasste Trassenführung zeigen, wie eine Eisenbahn in die Mittelgebirgslandschaft gelegt wurde. Neben dem Erlebnis einer historischen Zugfahrt macht die Strecke die Beziehungen zwischen kleinen Orten, Erholungsgebieten und industriellen Standorten im Ostharz nachvollziehbar.

Häufige Fragen zur Selketalbahn

Wo beginnt die Selketalbahn?

Im HSB-Netz ist Quedlinburg der nördliche Zugang; der historische Ausgangspunkt der ersten eröffneten Strecke lag 1887 in Gernrode.

Welche Orte verbindet sie?

Von Quedlinburg führt sie über Gernrode und Mägdesprung nach Alexisbad. Dort zweigt die Strecke nach Harzgerode ab; über Straßberg und Güntersberge geht es nach Stiege und weiter nach Hasselfelde oder Eisfelder Talmühle.

Wo kann man zur Harzquerbahn umsteigen?

In Eisfelder Talmühle besteht der Übergang zur Harzquerbahn.