Der Harly – Höhenzug mit Geopfaden und Harlyturm
Der Harly ist ein niedriger, schmaler Höhenzug nordwestlich von Vienenburg. Er verläuft parallel zum Harz und erhebt sich aus der Landschaft zwischen Oker und Weddebach. Auf engem Raum wechseln sich Buchenwald, steinige Aufschlüsse, ehemalige Abbaustellen und historische Spuren ab. Drei Erlebnispfade beginnen und enden laut Geopark am Klosterkrug Wöltingerode; die jeweilige Gehzeit beträgt ungefähr zwei bis drei Stunden.
Gesteine und Lebensräume im Wechsel
Unter dem Harly liegen mächtige Salzschichten. Als das Salz aufstieg, wurden jüngere Gesteinsschichten angehoben und gefaltet. So entstand ein schmaler Sattel, an dessen Westseite Gesteine von Buntsandstein bis Muschelkalk nahe beieinander auftreten. Diese geologische Vielfalt erklärt, weshalb sich auf kurzen Wegen unterschiedliche Böden und Lebensräume begegnen. Der Harly ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen; Teile gehören außerdem zu europäischen Schutzgebieten. Die Natur- und Kulturgeschichte ist deshalb eng mit einem achtsamen Aufenthalt verbunden.
Eine besondere Gesteinsform ist der Rogenstein. In ihm sind kleine rundliche Körner eingeschlossen, die an Fischlaich erinnern. Bis in die 1930er Jahre wurde dieses Gestein als Werkstein gebrochen. An einigen Stellen sind Aufschlüsse und alte Abbauspuren noch erkennbar. Neben den Felsaufschlüssen prägen auch Pflanzen und Waldstandorte den kleinräumigen Wechsel der Untergründe.
Drei Pfade, drei Blickwinkel
Der mittlere Erlebnispfad führt am südlichen Waldrand zu geologischen Aufschlüssen, durch das Bärental und vorbei an der Kräuter-August-Höhle. Zu seinen markanten Stationen zählen ein Mammutbaum und stillgelegte Schachtanlagen. Diese Route verknüpft Naturbeobachtung und Bergbaugeschichte besonders deutlich.
Der östliche Pfad führt zum Harlyturm als markantem Orientierungspunkt im Wald und weiter durch Buchenwald zu Spuren früheren Gips- und Kalkabbaus, Rogenstein-Aufschlüssen und den Resten der Harlyburg.
Der westliche Pfad berührt ebenfalls den Mammutbaum, führt zur Waldmänneckenhöhle und kann am Weddebach entlang oder an einem Rogenstein-Aufschluss vorbei zur dritten Schachtanlage verlaufen.
Der Harly ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen; Teile gehören zu europäischen Schutzgebieten. Die Erlebnispfade erschließen diese Landschaft entlang festgelegter Routen und führen an Waldstandorten sowie geologischen Aufschlüssen vorbei. Das ermöglicht Einblicke in Lebensräume und Erdgeschichte, während sensible Bereiche abseits der Wege geschont werden.
Unterwegs auf dem Harly
Die Routen sind als Wanderungen durch Wald und über Höhenzüge angelegt. Der Geopark nennt eine bedingte Eignung für Kinderwagen; die schmalen Waldwege, Wurzeln und wechselnden Untergründe sind bei der Tourwahl mitzudenken. Der östliche Pfad führt zum Harlyturm und eignet sich, wenn Sie den Turm als Wegpunkt einbeziehen möchten. Für Geologie und Bergbauspuren bieten mittlerer und westlicher Abschnitt eigene Schwerpunkte. Festes Schuhwerk passt zum naturbelassenen Wegcharakter.
Der Harly lässt sich gut mit einem Aufenthalt im nördlichen Harzvorland verbinden. Die Stadt Goslar bietet einen historischen Stadtkontext, während Bad Harzburg einen weiteren Ausgangspunkt für Naturerlebnisse am Harzrand darstellt. Auch Hahnenklee erschließt eine andere Landschaftsseite mit eigenen Wanderwegen. Wer sich für die Verbindung von Wasserbau und Bergbau interessiert, findet sie im Oberharzer Wasserregal; eine breitere Tourenübersicht bietet Wandern im Harz. Da die Wege am Klosterkrug beginnen und dorthin zurückführen, können Sie die Runde nach den Stationen auswählen, ohne einen zweiten Ausgangspunkt einplanen zu müssen.