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Geschichte des Harzer Tourismusverbands

Der heutige Harzer Tourismusverband geht auf den Harzer Verkehrsverband zurück, der 1904 gegründet wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs der Fremdenverkehr, zugleich konkurrierten einzelne Erholungsregionen um Aufmerksamkeit. Der Bad Harzburger Badekommissar Ernst Dommes regte deshalb eine gemeinsame Werbung für den Harz an. Vertreter von Harzorten kamen am 5. Januar 1904 in Goslar zu einer Vorbesprechung zusammen; am 3. März wurde in Bad Lauterberg die Gründung des Vereins beschlossen. 25 Orte traten unmittelbar bei. Das gemeinsame Marketing stellte den Harz als Region dar und bündelte die Werbung der einzelnen Orte.

Werbung, Verkehr und Information

In den Anfangsjahren veröffentlichte der Verband Reise- und Harzführer und setzte sich für bessere Eisenbahn- und Busanbindungen ein. Tourismus war damit von Beginn an mehr als Reklame: Er brauchte Orientierung, Erreichbarkeit und Kooperation zwischen Orten. 1928 führte ein Kursbuch der Lufthansa den sogenannten Harz-Ring mit Zwischenlandungen unter anderem in Goslar, Wernigerode und Quedlinburg auf. Ein Jahr später zählte der Verband bei seinem 25-jährigen Bestehen 128 Mitglieder. Der historische Kurs dokumentiert, wie der Harz in wechselnden Verkehrssystemen präsentiert wurde. Der Verband bündelte Informationen und gemeinsame Interessen der Tourismusorte.

Politische Umbrüche prägten die Verbandsgeschichte. 1933 wurde der Verband unter das Führerprinzip gestellt und in Landesfremdenverkehrsverband Harz umbenannt. Das NS-Regime griff tief in seine Strukturen und Arbeit ein. Eine Anordnung des Braunschweiger Ministerpräsidenten Dietrich Klagges von 1935 richtete sich gegen jüdische Gäste und Betriebe und verlangte, sie aus touristischer Werbung und Beherbergung auszuschließen. Die antisemitische Ausgrenzung war damit Teil der Verbandspraxis unter dem NS-Regime. Während des Krieges setzte der Verband seine Arbeit unter den Bedingungen des Regimes fort.

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Teilung, Wiedergründung und Zusammenarbeit

Nach dem Krieg wurde 1946 der Harzer Verkehrsverband für den niedersächsischen Teil neu gegründet. 1949 zog die Geschäftsstelle von Braunlage nach Goslar; 1966 bezog sie das Bäckergildehaus. Die deutsche Teilung prägte die Zusammenarbeit über Jahrzehnte. Mit der Grenzöffnung 1989 begann die erneute Verbindung der Tourismuspartner aus Ost- und Westharz; 1991 entstand ein gemeinsamer Vorstand mit Vertretern beider Teile. In den 1990er-Jahren wurden gemeinsame Publikationen und Marketingmaßnahmen ausgebaut; 1996 führte der Verband ein elektronisches Buchungssystem ein, 1998 ging der Internetauftritt harzinfo.de online. 2008 und 2009 folgte eine Strukturdiskussion, aus der eine gemeinsame Führung von Harzer Verkehrsverband und Regionalverband Harz hervorging. Die Organisation änderte ihren Namen zu Harzer Tourismusverband.

Zur gemeinsamen Außendarstellung gehörten später auch neue Medien: 1968 führte der Verband ein Tannenlogo ein, 1983 produzierte er einen ersten Fernsehspot. Beide Schritte ergänzten die früheren Reise- und Harzführer um ein einheitliches visuelles Zeichen und bewegte Bilder.

Heute versteht sich der Harzer Tourismusverband als touristische Marketingorganisation für den Gesamtharz. Sein Verbandsgebiet umfasst Harzteile in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen; die Geschäftsstelle sitzt in Goslar. Die Dachorganisation bündelt touristische Interessen und arbeitet mit Landkreisen, Städten, Gemeinden, Einrichtungen und Unternehmen zusammen; Kommunen und jeweilige Anbieter verantworten ihre örtlichen Aufgaben und Angebote. Die historische Entwicklung lässt sich an den Ortsprofilen von Goslar, Bad Harzburg, Wernigerode und Quedlinburg räumlich verorten.