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Bad Lauterberg: Kurpark, Bergbau und Wege am Südharz

Bad Lauterberg liegt im Südharz im Tal der Oder. Der Ort verbindet eine lange Bergbaugeschichte mit der Entwicklung zum Kurort: Historische Anlagen im Zentrum, der Kurpark und die bewaldeten Höhen geben einem Aufenthalt unterschiedliche Schwerpunkte. Die Nachbarorte Bad Sachsa, Herzberg und Osterode erschließen weitere Landschaften am südlichen Harzrand.

Bad Lauterberg im Harz Der Hausberg erhebt sich imposant über das Kneipp-Heilbad Bad Lauterberg. Der Hausberg kann von Harz-Wanderern zu Fuß oder per Seilbahn erklommen werden Foto: © Karin Höll (2), Kassandro/wikipedia.de Creative Commons Attribution 3.0 (2), (v.o.n.u.)

Vom Bergbau zum Heilbad

Bad Lauterberg erhielt 1521 Bergfreiheit; Kupferbergbau und Hüttenwesen prägten die Stadt lange. Die Königshütte entstand 1733 als Eisenhütte am Zusammenfluss von Oder und Lutter. Das Ensemble erzählt von der Verarbeitung heimischer Erze und von der technischen Entwicklung der Region. Im 19. Jahrhundert wandelte sich der Ort: 1839 eröffnete Ernst Benjamin Ritscher eine Kaltwasserheilanstalt. Der Kurpark entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Kurortentwicklung prägte die Anlagen im Tal und die Gestaltung des Stadtzentrums.

Kurpark und Innenstadt

Der Kurpark bietet einen grünen Zusammenhang zwischen Innenstadt und Odertal. Wege, Wasserflächen und offene Rasenräume laden zu einem ruhigeren Rundgang ein. Von dort erreicht man Geschäfte und Gastronomie im Zentrum zu Fuß. Der Park entstand zwischen 1866 und 1876, als der Kurbetrieb wuchs und die Gestaltung von Erholungsräumen wichtiger wurde. Bei der Orientierung hilft, den Kurpark als Talachse zu nutzen: Seitlich steigen bewaldete Hänge an, während sich die Bebauung entlang des Flusses ausdehnt.

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Bergbaugeschichte vor Ort

Die Scholmzeche und die Königshütte machen die industrielle Vergangenheit greifbar. Der ehemalige Besucherstollen Scholmzeche/Aufrichtigkeit stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und diente der Eisenerzsuche. Bergleute trieben den horizontalen Gang von Hand mit Schlägel und Eisen in den Fels. Im Stollen sind Arbeitsplätze, Werkzeuge und Erze, darunter Kupfer und Schwerspat, dokumentiert; 1989 wurde er als Museumsbergwerk eingerichtet. Die Königshütte prägte die Eisenverarbeitung bis zur Schließung 2001. Blick vom Hausberg über Bad Lauterberg und das OdertalDer Stollen liegt im Kurpark und lässt sich in einen Rundgang zwischen Zentrum, Kurpark und Odertal einbeziehen.

Höhenwege und Aussicht

Oberhalb der Stadt führen Wanderwege zu Aussichtspunkten am Hausberg und zum Bismarckturm auf dem Kummel. Der Turm wurde 1904 errichtet und markiert einen Aussichtsort über dem Tal. Die Steigungen sind bei der Routenwahl zu berücksichtigen; wer eine kürzere Runde bevorzugt, bleibt im Kurpark und in der Innenstadt. Bismarckturm auf dem Kummel oberhalb von Bad LauterbergDas nahe Bad Grund ergänzt den Ausflug mit einer anderen Bergbau- und Höhlengeschichte; Sankt Andreasberg führt tiefer in die Oberharzer Bergbauregion.

Stollenmundloch der Scholmzeche in Bad LauterbergFür einen ersten Tag bietet sich die Reihenfolge Kurpark, Altstadt und Königshütte an; bei zusätzlicher Zeit kommt ein Höhenweg hinzu. Das Stadtbild zeigt damit drei prägende Kapitel: mittelalterlichen Bergbau, industrielle Verarbeitung und den Wandel zur Kurstadt.

Die Anfänge des Kurbetriebs reichen in die Industriewende des 19. Jahrhunderts: Die Kaltwasserheilanstalt startete 1839 mit zwölf Gästen. Bis 1870 kamen jährlich bereits 350 Kurgäste; gegen Ende des Jahrhunderts waren es rund 5.000. 1906 erhielt der Ort das Recht, den Namen Bad Lauterberg im Harz zu führen. Später folgten die Anerkennung als Kneipp-Heilbad 1968 und als Schroth-Kurort 1982.