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Bergbau im Harz: Erze, Wasserwirtschaft und Kulturlandschaft

Der Bergbau hat Städte, Wälder und Wasseranlagen im Harz über Jahrhunderte geprägt. Silber-, Blei-, Zink-, Kupfer- und Eisenerze wurden an verschiedenen Orten gewonnen. Die Spuren reichen von Gruben und Halden bis zu Teichen, Gräben und historischen Bergstädten.

Bergbau im Harz Der Rammelsberg bei Goslar beherbergt das für den Harz wohl bedeutendste Bergwerk, das zum UNESCO Welterbe gezählt wird. Für die Einfahrt ins Besucherbergwerk Rammelsberg und den Besuch des Bergwerkmuseums sollten Besucher viel Zeit einplanen Foto: © Karin Höll, JuTe CLZ (2), Olaf Meister, beide wikipedia.de gemeinfrei (v.o.n.u.)

Eine lange Bergbaugeschichte

Archäologische und geologische Befunde belegen frühe Bergbauaktivitäten am Rammelsberg bereits in der Bronzezeit. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Erzbergwerk bei Goslar zu einem bedeutenden Zentrum. Dort wurden vor allem Blei-, Zink- und Kupfererze gefördert. Der Abbau endete 1988; die unter- und übertägigen Anlagen dokumentieren heute die Geschichte von Arbeit, Technik und Rohstoffgewinnung. Das historische Goslar entwickelte sich in enger Verbindung mit dem Bergwerk und dem Handel mit seinen Erzen.

Auch im Oberharz entstanden Bergbauorte, deren Bewohner über lange Zeit vom Erzabbau und der Metallverarbeitung lebten. Silber war ein wichtiges Produkt, daneben wurden Blei, Zink und weitere Erze gewonnen. Die Lagerstätten lagen nicht an einem einzigen Ort, sondern in unterschiedlichen Revieren. Daher unterscheiden sich die Bergbaugeschichte von Goslar, Clausthal-Zellerfeld, St. Andreasberg und weiteren Orten in Verlauf und Technik.

Wasser als Energiequelle

Wasser war für den Bergbau zugleich Herausforderung und Kraftquelle. Es musste aus Gruben abgeleitet werden und trieb Pumpen, Förderanlagen und Maschinen an. Im Oberharz entstand dafür über mehrere Jahrhunderte ein weit verzweigtes System aus Stauteichen, Gräben und unterirdischen Wasserläufen. Diese Anlagen sammelten Niederschlagswasser und leiteten es dorthin, wo es für den Bergbau gebraucht wurde. Das Oberharzer Wasserregal ist ein weit verzweigtes System dieser historischen Wassertechnik.

Heute sind noch rund 70 Teiche erhalten, die das Harzer Wasserregal bilden und zum UNESCO Welterbe zählen. Die Teiche wurden im Harz speziell für den Bergbau zur Entwässerung der Stollen angelegt

Die historischen Wasseranlagen entstanden für die Kraftversorgung der Bergwerke. Moderne Talsperren im Harz dienen unter anderem Wasserversorgung und Hochwasserschutz. Beide Formen des Umgangs mit Wasser erzählen von unterschiedlichen technischen Aufgaben und Zeiträumen.

Wald, Holz und Bergbaulandschaft

Gruben, Hütten und Wasseranlagen benötigten große Mengen Holz. Bergbau und Verhüttung beeinflussten deshalb die Wälder und die Nutzung der Landschaft. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden Forstwirtschaft und Bergbau zunehmend gemeinsam geplant, um Holz als Rohstoff zu sichern. Die heutige Waldlandschaft entstand aus verschiedenen Nutzungsphasen und späteren Veränderungen.

Teiche und Gräben, Stollenmundlöcher, Halden und Bergstädte zeigen den Zusammenhang zwischen Rohstoffen, Energie und Besiedlung. Einige Bergwerksanlagen wurden stillgelegt, andere als Museen und Besucherbergwerke erhalten. Dazu gehört das Bergwerk Rammelsberg bei Goslar. Das Erzbergwerk Rammelsberg, die Altstadt Goslars und die Oberharzer Wasserwirtschaft bilden gemeinsam das UNESCO-Welterbe im Harz.

In der Grube Samson in St. Andreasberg können Harz-Urlauber die sogenannte Fahrkunst erleben, die die Bergleute in und aus dem Berg brachte

Vom Betrieb zum Denkmal

Nach dem Ende des aktiven Erzbergbaus wurden technische Anlagen, Stollen und Werkstätten zu historischen Zeugnissen. Besucherangebote vermitteln, wie Erz gewonnen, Wasser gelenkt und Material verarbeitet wurde. Rammelsberg, das Oberharzer Bergwerksmuseum und weitere Einrichtungen erschließen unterschiedliche Teile dieser Geschichte: Stollen, Wasserwirtschaft und Verarbeitung werden an konkreten Orten anschaulich. Rammelsberg macht etwa die Verbindung zwischen untertägigem Abbau und übertägiger Erzaufbereitung sichtbar.

Die Bergbaugeschichte ist auch in anderen Themen der Region zu erkennen. Das Hochharzgebiet verbindet Landschaft und Siedlungsräume, während Burgen, Schlösser und Pfalzen die politische Geschichte des Harzes ergänzen. Bergbau veränderte Arbeit, Handel, Verkehrswege und die Entwicklung von Städten.

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Bergbau im Harz erkunden

Wer sich für die Geschichte interessiert, kann unterschiedliche Perspektiven verbinden: die städtische Entwicklung in Goslar, technische Wasseranlagen im Oberharz und erhaltene Bergwerksstandorte. Die einzelnen Orte liegen in verschiedenen Teilen des Gebirges und lassen sich daher als getrennte Ausflüge planen. Burgen und Schlösser im Harz markieren historische Macht- und Siedlungszentren neben den Bergwerksstandorten.

Mundloch der früheren Schwefelkiesgrube Drei Kronen und Ehrt

Die Verbindung von Rohstoffgewinnung, Wassertechnik und Stadtentwicklung erklärt, weshalb die Bergbaulandschaft bis heute das Bild des Harzes prägt.

Bergbau bei Elbingerode

Bei Elbingerode macht das Schaubergwerk Büchenberg die Eisenerzgewinnung mit originalen Maschinen anschaulich. Die benachbarte Grube Drei Kronen & Ehrt beendete ihren Besucherbetrieb 2015. Büchenberg und Drei Kronen & Ehrt stehen für unterschiedliche Rohstoffe und Betriebszeiten.

Häufige Fragen zum Bergbau im Harz

Welche Erze wurden im Harz gewonnen?

Je nach Revier wurden unter anderem Silber-, Blei-, Zink-, Kupfer- und Eisenerze abgebaut.

Was ist das Oberharzer Wasserregal?

Es ist ein historisches System aus Teichen, Gräben und Wasserläufen, das Wasser für die Energieversorgung des Oberharzer Bergbaus nutzbar machte.

Wann endete der Erzbergbau am Rammelsberg?

Der Betrieb des Erzbergwerks Rammelsberg wurde 1988 eingestellt. Die Anlagen sind heute Teil eines Museums- und Welterbeangebots.