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Ballenstedt: Schloss, Lenné-Park und Gegensteine

Ballenstedt liegt am nordöstlichen Harzrand und ist eng mit der Geschichte des Hauses Anhalt und der Askanier verbunden. Schloss, Schlosstheater und Landschaftspark bilden ein zusammenhängendes Ensemble auf dem Schlossberg. Außerhalb des Zentrums setzen die Gegensteine einen geologischen Akzent am östlichen Ende der Teufelsmauer. In der Nachbarschaft liegen Quedlinburg, Blankenburg und Thale.

Ballenstedt Das Schloss Ballenstedt mit seinem Barockgarten und Schlosstheater gehört mit zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Ballenstedt im Harz Foto: © F. Müggenburg/wikipedia.de gemeinfrei (o.), Hejkal/wikipedia.de Creative Commons Attribution 2.0 (u.)

Vom Stift zur Residenz

Die Geschichte des Schlossbergs reicht in die askanische Zeit zurück. Um 1030 ließ Esico von Ballenstedt dort ein Kollegiatstift errichten; später entwickelte sich aus der kirchlichen Anlage eine fürstliche Residenz. Ballenstedt wurde 1765 zur Residenz erhoben. Die Schlossanlage vereint dadurch mittelalterliche Wurzeln mit barocker und klassizistischer Baugeschichte. In der Schlosskirche befinden sich die Gräber Albrecht des Bären und seiner Frau, die an die frühe Geschichte der Askanier erinnern. Wer Schlossräume, Kirche und Turm besichtigt, begegnet mehreren Epochen auf engem Raum.

Im Stadtmuseum „Wilhelm von Kügelgen“ lässt sich die Hof- und Ortsgeschichte um den Alltag der Region ergänzen. Das Museum ist in einem Bürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert in der oberen Allee untergebracht; die Sammlung behandelt Arbeits- und Lebensweise im Anhaltischen Unterharz, die Siedlungs- und Kulturgeschichte des Ballenstedter Raums sowie Bergbau und Hüttenwesen. Damit erweitert ein Museumsbesuch die dynastisch geprägte Schlossgeschichte um Alltags- und Regionalperspektiven.

Schlosstheater und Kultur

Zur Hofkultur gehörte bereits 1765 eine Hofkapelle unter Johann Konrad Kreibe. 1787 entstand ein Gesellschaftstheater, bevor das eigene Schauspielhaus am 8. Juni 1788 eröffnet wurde. Seine frühklassizistische Gestaltung fügt sich in das Schlossensemble ein. In späteren Jahrzehnten gastierten reisende Schauspielgruppen, und Alfred Tewis belebte das Haus mit einer Sommeroper. Heute finden dort Aufführungen und Veranstaltungen statt.

Im Januar 2009 war im Schloss die Ausstellung „Bouquets“ mit großformatigen Ölbildern von Karl Oppermann zu sehen. Oppermann gründete 2007 das Kinderatelier Harz, das heute im Wernigeröder Kunst- und Kulturverein fortgeführt wird.

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Landschaftspark und Gartenträume

Der Schlosspark wurde im 18. und 19. Jahrhundert gestaltet. Peter Joseph Lenné überarbeitete Teile der Anlage zwischen 1858 und 1863 und entwarf unter anderem die terrassierte Wasserachse. Der rund 29 Hektar große Landschaftspark ist Teil des Netzwerks „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“. Alte Bäume, Teich, Wege und Blickachsen verbinden das Schloss mit der umgebenden Landschaft. Der Große Gegenstein mit Gipfelkreuz bei Ballenstedt

Gegensteine und Teufelsmauer

Die Gegensteine sind markante Sandsteinfelsen am östlichen Abschnitt der Teufelsmauer. Härtere, kieselsäurereiche Sandsteinlagen widerstanden der Verwitterung stärker als das umgebende Gestein und blieben als steile Felsformen stehen. Das Gebiet ist als Naturschutzraum geschützt; Wege und Aussichtspunkte erschließen die Landschaft, ohne dass Felsen außerhalb markierter Bereiche betreten werden sollten. Der Große Gegenstein trägt ein Gipfelkreuz und bietet einen Blick in das Harzvorland. Die Teufelsmauer erstreckt sich über mehrere Abschnitte zwischen Ballenstedt und Blankenburg und ist daher als längere Landschaftslinie zu verstehen, nicht als einzelne Felsgruppe.

Für einen kompakten Besuch lassen sich Schlossensemble und Park verbinden. Ein zusätzlicher Ausflug zu den Gegensteinen ergänzt Kulturgeschichte um Geologie und Landschaft. Halberstadt und Stolberg ergänzen den Besuch mit weiteren historischen Ortsbildern.