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Altenau

Altenau ist eine historische Bergstadt im Oberharz und heute ein Ortsteil von Clausthal-Zellerfeld im Landkreis Goslar. Der Ort liegt in mehreren schmalen Tälern am Oberlauf der Oker. Bergmannshäuser, St. Nikolai, das Kurviertel und der Kräuterpark spiegeln unterschiedliche Seiten seiner Entwicklung: vom Erzabbau und der Verhüttung bis zum heutigen Erholungsort. In der Umgebung liegen außerdem Gräben und Teiche der Oberharzer Wasserwirtschaft, die Bergbau und Energieversorgung miteinander verband.

Altenau: Holzkirche St. Nikolai Der Kurort Altenau im Harz kann auf eine lange Tradition als heilklimatischer Kurort zurückblicken. Im Blick das Kurhaus mit dem Kurpark Foto: © Losch/wikipedia.de Creative Commons Attribution 3.0

Von der Hütte zur freien Bergstadt

Altenau ist 1298 zunächst als Verhüttungsstätte belegt. Eine dauerhafte Siedlung entstand ab etwa 1570; um 1580 werden ein Bergflecken mit rund zwanzig Häusern und ein Eisenhüttenwerk erwähnt. 1617 erhielt Altenau das Stadtrecht, 1636 die Bergfreiheit. Der Silberbergbau brachte Bergleute und Handwerker in den Ort. Sie bauten Häuser entlang der Täler, sodass sich Altenau in die Bereiche Okertal, Schultal, Kleine Oker, Große Oker und Gerlachsbachtal entwickelte.

Die Nutzung der Erze prägte Arbeit, Alltag und Landschaft. Für die Hütten brauchte man Holz und Holzkohle; Wasser trieb Anlagen an und half, Energie im Gebirge zu verteilen. Die Eisenhütte stellte 1871 den Betrieb ein, die Silberhütte 1911. Straßennamen und Spuren alter Gruben halten diese Montangeschichte im Ortsbild präsent. Eine thematische Ergänzung bietet Clausthal-Zellerfeld, dessen Bergbau- und Universitätsgeschichte eng mit der Entwicklung der Oberharzer Bergstädte verbunden ist.

Holzhäuser, Kirche und Tradition

Viele ältere Häuser in Altenau zeigen die für den Oberharz typische Holzverkleidung. Die Holzkirche St. Nikolai stammt aus dem 17. Jahrhundert und gehört zu den markanten Bauwerken des Ortskerns. Die evangelische Gemeinde ist eng mit der Bergstadtgeschichte verbunden. Am Glockenberg steht außerdem die jüngere Kirche St. Oliver, die 1979 erbaut wurde. Beide Gebäude stehen für unterschiedliche Phasen des örtlichen Lebens und ergänzen die historischen Bergmannshäuser.

Zum lokalen Brauchtum gehört das Finkenmanöver, ein Wettbewerb, dessen Tradition im Harz zum immateriellen Kulturerbe zählt und in Altenau weiterhin gepflegt wird. Auch Schnitzerei, Klöppeln, Trachten, Jodeln und Kuhhirtensignale gehören zu den überlieferten Ausdrucksformen der Oberharzer Kultur. Diese Traditionen verweisen auf Handwerk und gemeinschaftliches Leben, das sich neben dem Bergbau entwickelte.

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Kräuterpark und Erholung im Kurort

Der Kräuterpark liegt im Schultal und verbindet Kräutergärten, Gewürzkunde und ein Freigelände mit Pflanzen aus unterschiedlichen Klimazonen. Die Anlage umfasst Beete, die sich einzelnen Kräutergruppen widmen, sowie eine Gewürzgalerie mit zahlreichen Mischungen. Sie bietet einen ruhigen Kontrast zu den steilen Waldhängen und technischen Relikten des Bergbaus. Am Glockenberg ergänzt die Kristall Therme „Heißer Brocken“ das Kur- und Erholungsangebot. Zusammen geben Park und Therme dem Ort eine zweite Besucherperspektive neben Geschichte und Wanderwegen.

Wasserwirtschaft und Wege im Oberharz

Die Bergwerke waren auf eine verlässliche Energieversorgung angewiesen. Dafür entstand ein weit verzweigtes System aus Gräben, Teichen und Wasserläufen, das heute zur UNESCO-Welterbestätte Oberharzer Wasserwirtschaft gehört. In Altenaus Umgebung führen Wege an Abschnitten des Dammgrabens und durch das Kellerwassertal. Die Oberharzer Wasserwirtschaft macht die technische Landschaftsgeschichte der Region verständlich; bei einem Ausflug lässt sich das Thema mit dem Blick auf Täler, Wald und Wasser verbinden.

Der Harzer-Hexen-Stieg führt durch die Umgebung Altenaus und verbindet Oberharzer Etappen mit dem Weg zum Brocken. Torfhaus liegt als weiterer Ausgangspunkt für Wanderungen in der Hochharzlandschaft in der Nähe. Richtung Osten erschließt Sankt Andreasberg eigene Bergbau- und Nationalparkthemen; Braunlage ergänzt die Region um Freizeit- und Wintersportangebote. Auch Hahnenklee zeigt eine weitere Facette der Bergstadt- und Urlaubskultur. Für längere Touren kann der Wanderführer für den Harz mit den Strecken vor Ort verbunden werden. Im Winter ordnet Wintersport im Harz die unterschiedlichen Aktivitätsräume ein. Altenau selbst bleibt dabei der Ort, an dem Bergbaugeschichte, Täler und Erholungsangebote auf engem Raum zusammentreffen.

Der Brocken ist von Altenau aus ein markantes Ziel im Harzraum. Die verschiedenen Wege erschließen dabei Hochlagen, Wasserläufe und Waldtäler mit jeweils eigenem Landschaftscharakter. Altenau verbindet so einen historisch gewachsenen Ortskern mit den technischen und naturräumlichen Spuren, die den Oberharz bis heute prägen.