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Ungewöhnliche Ausflugsziele im Harz

Die vier Ziele verbinden Geologie, Landschaftsgestaltung und Stadtgeschichte: Sandsteinfelsen am nördlichen Harzrand, ein Wasserfall im Okertal, ein gefluteter Steinbruch bei Hüttenrode und eine Gasse unterhalb des Quedlinburger Schlossbergs.

Die Teufelsmauer Die Teufelsmauer Foto: © Rainer Brückner / pixelio.de

Teufelsmauer: einzelne Felszüge am Nordrand

Die Teufelsmauer besteht aus einzelnen Sandsteinfelsen am nördlichen Harzrand zwischen Blankenburg und Ballenstedt. Zu den bekannten Abschnitten zählen das Hamburger Wappen bei Timmenrode und die Felsen bei Weddersleben. Eine Sage schreibt den Felszug dem Teufel zu; geologisch wurden widerstandsfähige Gesteinsschichten durch Hebung und Abtragung freigelegt. Zwischen den einzelnen Felszügen öffnen sich Ausblicke in das nördliche Harzvorland. Die markanten Felsnadeln und Klippen sind dabei einzelne Abschnitte einer längeren geologischen Formation. Blankenburg liegt am westlichen Abschnitt.

Romkerhaller Wasserfall: ein gestalteter Wasserlauf

Der künstlich angelegte Wasserfall Romkerhall im OkertalDer Romkerhaller Wasserfall ist ein künstlicher Wasserfall im Okertal. 1863 ließ der Gastwirt Lüer Wasser der Kleinen Romke in einen Graben ableiten, der es zur Romkerklippe führt. Dort fällt das Wasser rund 64 Meter in die Tiefe. Der Bau entstand zur Zeit, als die Straße durch das Okertal für den Fuhrwerksverkehr ausgebaut wurde und das Gasthaus Romkerhall Gäste anzog.

Blauer See bei Rübeland: ein gefluteter Steinbruch

Blauer See in einem ehemaligen Kalksteinbruch bei RübelandDer Blaue See liegt bei Hüttenrode zwischen Blankenburg und Rübeland im Restloch eines früheren Kalksteinbruchs. Der Abbau am Kargenholz lief von 1886 bis 1945; vor Ort wurde Kalk gebrannt. Im Frühjahr füllt sich die Grube mit Schmelz- und Quellwasser. Das calciumübersättigte Wasser erscheint dann hellblau, besonders zwischen März und Mai. Mit zunehmendem Algenwuchs verändert sich die Farbe im weiteren Jahresverlauf. Calcium fällt im Wasser aus und lagert sich ab; zusammen mit dem hellen Untergrund entsteht der auffällige Farbeindruck. Das saisonale Farbspiel hängt mit dem Zufluss und der Entwicklung von Algen zusammen. So lässt sich am Steinbruchsee ablesen, wie Gestein und Wasser nach Ende des Abbaus weiterhin die Landschaft prägen. Die Höhlenlandschaft bei Rübeland ergänzt den geologischen Zusammenhang.

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Finkenherd in Quedlinburg: Gasse und Sage

Fachwerkhäuser in der Gasse Finkenherd in QuedlinburgDer Finkenherd ist eine kleine Gasse am Quedlinburger Schlossberg. Fachwerkhäuser und die Lage unterhalb von Stiftskirche und Schloss machen den Ort zu einem Teil des historischen Stadtensembles. Eine Sage verbindet den Namen mit Heinrich I.: Hier soll ihm beim Vogelfang die Königswürde angeboten worden sein. Auf dem benachbarten Schlossberg stehen Stiftskirche St. Servatius und das frühere Stiftsschloss. Die Kirche wurde zur Grablege Heinrichs I. und seiner Frau Mathilde. Schlossberg, Stiftskirche und historische Altstadt bilden gemeinsam das Quedlinburger UNESCO-Welterbe; die Stadt ist für ihre mittelalterliche Stadtstruktur und die ottonische Geschichte bekannt. Die Sage vom Finkenherd gehört zur Erinnerung an diese frühe Herrschaftsgeschichte. Weitere Hintergründe zur Stadt bietet Quedlinburg.

Welches Ziel passt zu welchem Ausflug?

Die Ziele liegen an verschiedenen Orten und eignen sich als einzelne Stationen: Felsenwanderung bei Blankenburg, Aussicht am Wasserfall, Frühlingsbesuch am Blauen See oder ein Altstadtspaziergang in Quedlinburg. Der Bergbau im Harz ergänzt die Geschichte, wie Menschen Landschaften technisch nutzten.