Waldkauz im Harz: Ruf, Lebensraum und Verhalten
Der Waldkauz gehört zu den Eulen, die sich am ehesten über ihre Stimme bemerkbar machen. Seine Rufe sind besonders in der Balzzeit im Januar und Februar zu hören; auch im Herbst kann die Balz auffallen. Im Nationalpark Harz findet der Waldkauz geeignete Baumhöhlen in älteren Beständen, darunter Altbuchen. Rufnachweise gibt es auch an offenen Hochlagen wie Achtermann, Torfhaus und bei Schierke. Der Waldkauz nutzt damit unterschiedliche Lebensräume im Harz.
Baumhöhlen als Brutplatz
Wie viele Eulen brütet der Waldkauz in Baumhöhlen. Dafür braucht er Bäume, die über Jahrzehnte alt werden konnten und Höhlen aufweisen. Im Nationalpark finden sich solche Strukturen auch in Totholzbeständen. Alte Bäume bieten Nist- und Ruheplätze; abgestorbene Stämme sind Lebensraum für viele weitere Organismen. Der Schutz älterer Waldbestände und der Verzicht darauf, jedes abgestorbene Holz zu entfernen, tragen so zu unterschiedlichen Strukturen im Wald bei.
Waldkäuze nutzen geeignete alte Bäume in Wäldern, Gärten, Parks und auf Friedhöfen. Entscheidend ist das Vorhandensein geeigneter Baumhöhlen. Diese Flexibilität hilft zu erklären, weshalb die Art in verschiedenen Landschaften auftreten kann. Baumhöhlen dienen als Brutplätze; Rufe geben nur begrenzt Aufschluss über den genauen Aufenthaltsort.
Nahrung und Anpassungsfähigkeit
Der Waldkauz jagt unterschiedliche Beute. Zur Beute zählen Säugetiere und Vögel bis ungefähr 300 Gramm, Amphibien und wirbellose Tiere; gelegentlich stehen auch Fische auf dem Speiseplan. Diese breite Nahrungsauswahl kann die Art gegenüber Jahren mit wenig Mäusen oder viel Schnee widerstandsfähiger machen als spezialisiertere Eulen. Nahrungsangebot, Deckung und geeignete Brutplätze beeinflussen, wo die Tiere leben und brüten können.
Im Harz kommen außerdem Sperlingskauz und Raufußkauz vor, die höhere Lagen bevorzugen. Der Waldkauz kann diese Arten als Beute nutzen, zugleich sind räumliche Nähe und parallele Rufe verschiedener Kauzarten beobachtet worden. Das zeigt, dass Verbreitung und Beziehungen zwischen Arten komplex sind. Waldstruktur und Offenflächen beeinflussen Jagdmöglichkeiten; die Verbreitung der Arten hängt zugleich von mehreren Lebensraumbedingungen ab.
Rufe hören, ohne die Tiere zu stören
Die Balzrufe des Waldkauzes lassen sich in der Dämmerung und Dunkelheit am ehesten wahrnehmen. Im Eckertal lassen sich die Rufe vom markierten Weg aus hören. Vogelstimmen-Apps bleiben ausgeschaltet: Künstliche Rufe können wie ein Revierkonkurrent wirken und Abwehrverhalten auslösen. Auch andere Geräusche, Licht oder wiederholtes Nähern können störend sein.
Rücksichtvolle Beobachtung bedeutet, auf den markierten Wegen zu bleiben, leise zu sein und Abstand zu halten. Im Nationalpark gilt Wegegebot; Hunde müssen angeleint sein. Die Verhaltensregeln des Nationalparks Harz erklären Wegegebot und Leinenpflicht. Der Brocken und der Hochharz zeigen die Höhenstufen, in denen Kauzarten Lebensraum finden; Hinweise zu Wanderungen im Harz helfen bei der Tourenplanung.
Eulen hören und beobachten
Der Waldkauz ist nachtaktiv und im Geäst gut getarnt, deshalb wird er meist gehört. Wer leise bleibt, Abstand hält und auf dem Weg bleibt, kann Rufe und Waldatmosphäre wahrnehmen, ohne den Vogel aus seinem Versteck zu drängen.
Alte Bäume, Baumhöhlen, Totholz und ruhige Jagdflächen bilden gemeinsam den Lebensraum des Waldkauzes. Seine Rufe machen auf die Bedeutung strukturreicher Wälder im Harz aufmerksam.