Höhlen im Harz
Der Harz ist durch die Vielfalt seiner Natur ein beliebtes Urlaubsziel. Ganz vorne in der Reihe der Ausflugstipps im Harz stehen die Höhlen, von denen mehrere besichtigt werden können. Die meisten Harzer Höhlen sind Tropfsteinhöhlen im Kalkstein, die durch Auswaschungen entstanden sind. Sie sind teilweise auch archäologische Fundstätten der Überbleibsel von frühgeschichtlichen Menschen und Tieren. Wir stellen Sie Ihnen an dieser Stelle vor.
Barbarossahöhle
Die Barbarossahöhle ist keine Kalksteinhöhle, sondern neben der kleineren Heimkehle (s.u.) eine von zwei deutschen Schauhöhlen im Anhydritgestein (Gips), sie liegt im südlichen Harzvorland bei Bad Frankenhausen in Thüringen. Den Reiz dieser Höhle, die mit etwa 15.000 Quadratmetern Grundfläche zu den größten in Deutschland überhaupt gehört, machen die riesigen Hohlräume, die Farbspiele und die Höhlenseen aus. Die Höhle ist etwa 800 Meter lang und kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden.
Heimkehle
Die zweite deutsche Schauhöhle im Anhydritgestein liegt zwischen Rottleberode und Uftrungen östlich von Nordhausen ebenfalls im südlichen Harzvorland. Schon seit dem Mittelalter bekannt, wurde die Heimkehle erst 1920 zur Schauhöhle ausgebaut, die allerdings von einem großen See dominiert war. Während der Nazizeit wurde die Höhle zu einer Produktionsstätte für Kriegswaffen ausgebaut, hier kamen zahlreiche KZ-Insassen aufgrund der harten Bedingungen ums Leben. 1954 wurde sie als Schauhöhle wiedereröffnet.
Baumannshöhle
Die Baumannshöhle in Rübeland gilt als die älteste und schönste Tropfsteinhöhle des Harzes. Entstanden im Devon-Kalk des Elbingeröder Komplexes in Verbindung mit der Ausbildung des Bodetals wurde diese Höhle, die im 16. Jahrhundert entdeckt wurde, schon frühzeitig von Touristen besucht. So waren es bekannte Besucher wie Johann Wolfgang von Goethe, die der Baumannshöhle einen Besuch abstatteten. Zur Erinnerung dieses bekannten Besuchers gibt es in der Baumannshöhle heute den Goethesaal, in dem Konzerte und (während der Schulferien auch) Theaterstücke aufgeführt werden. Darüber hinaus zeichnet sich die etwa 600 Meter lange Schauhöhle heute aber auch durch ihren reichen Tropfsteinschmuck aus, der vor allem durch ihren frühen Verschluss noch weitgehend erhalten ist. Es waren aber auch die zahlreichen Knochenfunde des Höhlenbären, die die Baumannshöhle bekannt gemacht haben.
Hermannshöhle
Die Hermannshöhle wurde erst 1866 bei Straßenbauarbeiten entdeckt und ist mit 800 Metern die längere der beiden Rübeländer Schauhöhlen. Hier ist das einzige Vorkommen des Grottenolms in Deutschland, einer Lurchart, die nur in Höhlen lebt. Die hier lebenden Exemplare wurden 1932 und 1956 ausgesetzt. In der Hermannshöhle wurden zahlreiche Knochenreste des Höhlenbären entdeckt. Besonders sehenswerte Punkte der Höhle sind die Kristallkammer, der Bärenfriedhof und die Märchengrotte.
Iberger Tropfsteinhöhle
Die Iberger Tropfsteinhöhle liegt oberhalb der Bergstadt Bad Grund an der Bundesstraße 242. Die Iberger Tropfsteinhöhle wurde bereits im 16. Jahrhundert von Bergleuten entdeckt. Im Jahre 1874 wurde die Iberger Tropfsteinhöhle zur Schauhöhle ausgebaut und ist seither eine der schönsten und meistbesuchten Schauhöhlen in Deutschland. Das wohl schönste Tropfsteingebilde in der Iberger Tropfsteinhöhle ist der „Versteinerte Wasserfall“. 2008 wurde die Höhle zum „HöhlenErlebnisZentrum“ erweitert. Es besteht über Tage aus dem „Museum am Berg“, das sich den Toten aus der Lichtensteinhöhle widmet. Diese Höhle nahe Osterode am Harz war das Grab einer bronzezeitlichen Großfamilie. Das untertägige „Museum im Berg“ ist zugleich der Verbindungsstollen in die Tropfsteinhöhle und widmet sich der ganz alten Erdgeschichte des Ibergs und der Höhle, die vor Millionen von Jahren in einem ehemaligen Korallenriff entstand.
Einhornhöhle
Die Einhornhöhle in der Nähe des Herzberger Ortsteils Scharzfeld am westlichen Harzrand ist eine Karsthöhle im Zechstein-Dolomit. Sie wurde bereits 1541 erwähnt und erlangte einen Ruf durch die dortigen Knochenfunde, die von einem Einhorn stammen sollten. Die Wissenschaftler Leibniz und Virchow befassten sich damit, und Virchow konnte nachweisen, dass die Knochen von mehreren Großsäugern stammten. 1905 wurde die Höhle durch einen neuen Zugang leichter für Besucher erreichbar, etwa 270 der insgesamt über 600 Meter langen Höhle sind zu besichtigen.
Der Harz mit seinem Umland weist auch eine Anzahl von Höhlen auf, die durch natürliche Bedingungen entstanden sind und die heute als Schauhöhlen zugänglich sind. Die Harzer Höhlen ermöglichen einen Blick in die Geschichte und gehören zu den beliebtesten Ausflugszielen im Harz-Urlaub.
Foto: © Hdlpz, Krutzi84, beide wikipedia.de gemeinfrei, Deutsche Fotothek/wikipedia.de Creative Commons Attribution 3.0 (2), Karl Johaentges für HöhlenErlebnisZentrum Iberger Tropfsteinhöhle, AxelHH/wikipedia.de gemeinfrei (v.o.n.u.)
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