Fernwanderweg Harzer Hexenstieg
Harz-Urlaub und Wandern sind Begriffe, die sehr eng zusammengehören. Sehr viele Harz-Urlauber wählen gerade deshalb den Harz als Urlaubsziel aus, weil sie hier in einer unvergleichlichen Natur und auf sehr gut erschlossenen und ausgeschilderten Wegen wandern können. Trotz dieses dichten Wanderwegenetzes fühlt sich der Harz-Wanderer auf vielen Anschnitten allein mit der Natur. Unter diesen günstigen Voraussetzungen wurden im Harz einige Fernwanderwege ausgeschildert und entsprechend publik gemacht. Unter diesen Fernwanderwegen ist an erster Stelle der Harzer Hexenstieg zu nennen. Zwischen Osterode in Niedersachsen und Thale in Sachsen-Anhalt führt er über 97 Kilometer quer durch den Harz. Die Hauptroute überquert den Brocken als höchsten Punkt des Harzes. Alternative Routen sind länger, dafür etwas einfacher. Symbolhaft wurde der Harzer Hexenstieg am 3. Oktober 2003 auf dem Brocken feierlich eröffnet, als Gemeinschaftsprojekt des Harzer Tourismusverbands und des Harzclub e.V. Und bereits vier Jahre später erhielt der Harzer Hexenstieg vom Deutschen Wanderverband das Zertifikat „Qualitätsweg“ verliehen. Die Route des Harzer Hexenstiegs ermöglicht dem Wanderer, bekannte, attraktive und kulturhistorisch bedeutsame Stellen des Harzes kennen zu lernen. Nicht die körperliche Herausforderung soll im Vordergrund stehen, sondern der Einblick in die Vielfalt der Harzer Natur. Deshalb wird der Harzer Hexenstieg in der Regel in mehreren Etappen absolviert.
Osterode-Buntenbock
Auf diesem ersten Abschnitt folgt der Harzer Hexenstieg einem alten Handelsweg, der nicht nur eine Heerstraße, sondern auch ein Transportweg für das im Hochharz gewonnen Erz war.
Buntenbock-Torfhaus
Der zweite Abschnitt führt vorbei an zahlreichen Bestandteilen des Oberharzer Wasserregals. Der Wanderer wird auf verschiedene technische Denkmale aus der Bergbaugeschichte des Harzes aufmerksam gemacht, die zum Teil einen Abstecher von der eigentlichen Route bedeuten, aber durchaus lohnenswert sind.
Über den Brocken nach Königshütte
Von Torfhaus folgt der Harzer Hexenstieg dem Goetheweg auf den Brocken, auf dem der Dichterfürst 1777 den Berg erstmals bestiegen hat. Der Brocken selbst ist ein Rastplatz, den jeder Wanderer nutzen wird. Nach dem östlichen Brockenabstieg, an Drei-Annen-Hohne vorbei, wartet das kleine Bergdorf Königshütte als Etappenziel.
Alternativroute über St. Andreasberg
Torfhaus wird in südliche Richtung verlassen, mit St. Andreasberg passiert der Wanderer den wohl typischsten Hangort des Harzes. Dennoch ist das nachfolgende Profil über Braunlage nicht so schwierig wie die Brockenbesteigung. Nach Überquerung der ehemaligen Grenze östlich von Braunlage stößt der Wanderer nördlich von Königshütte auf die Originalroute.
Königshütte-Altenbrak
Die Originalroute folgt dem oberen Bodetal, vorbei an der Talsperre Wendefurth und den weltbekannten Rübeländer Tropfsteinhöhlen. Die alte Marmormühle am Krockstein erinnert an den früheren Marmorabbau, der unter anderem für Schloss Sansoucci verwendet wurde. Die Etappe endet in Altenbrak, wo der schönste Teil des Bodetals beginnt. Eine Alternativstrecke macht einen Bogen nach Süden und führt über Hasselfelde nach Altenbrak. Hier gewinnt der Wanderer einen Einblick in die Harzer Köhlertradition.
Altenbrak-Thale
Die Schlussetappe hat es in sich, sie führt durch das Bodetal, das bedeutendste deutsche Felsental nördlich der Alpen. Der Harzer Hexenstieg ist nicht nur eine Wanderung quer durch den Harz, sondern auch quer durch die deutsche Industrie- und Kulturgeschichte.
Foto: © Erich Westendarp/pixelio.de (o.), Karin Höll (m., u.)
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