Die Harzer Schmalspurbahnen
Die Harzer Schmalspurbahnen

Die Harzer Schmalspurbahnen

Angepasst an die begrenzten Platzverhältnisse im Gebirge, besonders in den Tälern, wurde am Ende des 19. Jahrhunderts im Harz ein Netz aus verschiedenen Linien von Schmalspurbahnen mit einer Spurweite von 1000 mm erbaut, welches noch heute in einer Mischung aus Zweckmäßigkeit und Nostalgie eine wichtige touristische Funktion hat. Neben dem funktionalen Transport der Harz-Urlauber ist die Fahrt mit einer solchen Schmalspurbahn ein Erlebnis für sich. Die heutigen Harzer Schmalspurbahnen bilden mit einer Gesamtstreckenlänge von 140 Kilometern das längste zusammenhängende dampfbetriebene Schmalspurbahnnetz in Europa. Die Harzer Schmalspurbahnen sind aus ursprünglich drei gesonderten Strecken entstanden, die nach und nach zusammengeführt wurden: Selketalbahn, Harzquerbahn und Brockenbahn. Drei der sechs Endbahnhöfe haben eine Verbindung zum Schienennetz der Deutschen Bahn.

Die Selketalbahn

Ursprung dieser Strecke war 1887 die Verbindung von Gernrode nach Mägdesprung im Selketal, die dann erst später den namen Selketalbahn bekam. Sie wurde in der Folgezeit nach Eisfelder Talmühle verlängert, mit Stichstrecken nach Harzgerode und Hasselfelde. Erst 2006 erfolgte die Verlängerung nach Quedlinburg, die Gesamtlänge der Selketalbahn beträgt seitdem etwa 43 Kilometer.

Die Harzquerbahn

Die heute so bezeichnete Harzquerbahn wurde 1899 als Verbindung zwischen Wernigerode im Norden und Nordhausen im Süden des Harzes eröffnet. In Eisfelder Talmühle hat diese Strecke eine Verbindung zur Selketalbahn. In Nordhausen wurde 2004 eine Verbindung zum lokalen Straßenbahnnetz geschaffen, wodurch die Effektivität der Strecke im Bereich Nordhausen erhöht werden konnte. Die Gesamtlänge der Strecke zwischen Nordhausen und Wernigerode beträgt etwa 60 Kilometer. 2009 wurde eine Anschlussbahn von Elend nach Braunlage erwogen, jedoch aus Kostengründen nicht realisiert. Bis 1945 gab es außerdem die Südharz-Schmalspurbahn von Walkenried nach Braunlage, mit einer Verbindung zur Harzquerbahn bei Sorge. Später wurde die isolierte Linie Sorge-Tanne noch einige Zeit befahren. Die Linie Walkenried-Braunlage mit der Verlängerung zum Wurmberg wurde 1962 aus Rentabilitätsgründen eingestellt.

Die Brockenbahn

Die Brockenbahn war von Anfang an eine Sonderstrecke der Harzquerbahn und wurde bereits 1898 das erste Mal befahren. Sie führt vom Haltepunkt Drei-Annen-Hohne an der Harzquerbahn über Schierke 19 Kilometer weit direkt auf den Gipfel des Brocken und ist die beliebteste und spektakulärste Teilstrecke der Harzer Schmalspurbahnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fuhr die Brockenbahn bis 1961 als Personenzug bis zum Gipfel, dann nur noch bis Schierke, aber als Güterzug noch bis 1987 auf den Brocken. Erst nach 1990 wurde die Brockenbahn restauriert und bringt wieder jährlich tausende Harz-Urlauber auf den Brocken.

Der Betrieb der Harzer Schmalspurbahnen wurde 1993 privatisiert. Sie haben sich seither als die genannte Kombination von Erlebnisreisen und Alternative zum Individualverkehr behaupten können. Eine Fahrt mit der dampfbetriebenen Schmalspurbahn quer durch den Harz, das Selketal oder auf den Brocken ist durch kein anderes Verkehrsmittel zu ersetzen und stellt für jeden Harzurlauber, ob jung oder alt, ein unvergessliches Erlebnis dar. Ein Harz-Urlaub ohne Fahrt mit der Schmalspurbahn ist einfach nicht vollständig.


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